Aspiration

Kurz gesagt

Aspiration ist das Eindringen von Speichel, Nahrung, Flüssigkeit oder Mageninhalt in die unteren Atemwege.

Ausführlich

Normalerweise verschließt der Kehlkopf beim Schlucken die Luftröhre. Ist das Bewusstsein eingeschränkt, oder der Schluckreflex aus anderer Ursache eingeschränkt, gelangt Material in die Trachea. Gefährlich ist besonders die stille Aspiration: Sie löst keinen Husten aus und bleibt deshalb unbemerkt, bis andere Krankheitsanzeichen (z.B. eine Pneumonie) auffallen. Für dich im Alltag heißt das: Aufrechte Position beim Essen, angepasste Kostform und aufmerksames Beobachten sind Prophylaxe — kein Detail am Rande.

Aus dem Ausbildungsalltag

Eine Bewohnerin nach Schlaganfall isst im Bett, halb liegend. Sie hustet nicht, wirkt aber nach dem Essen verschleimt und hat abends Temperatur.

Fehlender Husten schließt eine Aspiration nicht aus — Logopädie und Pflegeteam haben die höchste Praxiskompetenz in diesem Bereich und stimmen Kostform und Position gemeinsam ab.

Nicht zu verwechseln mit

Dysphagie
Die Dysphagie ist die Schluckstörung — also die Ursache. Die Aspiration ist das Ereignis, das daraus folgen kann.

Prüf dich selbst

Was macht die stille Aspiration besonders gefährlich?

  • Sie löst keinen Husten aus und bleibt deshalb oft unbemerkt.
  • Sie betrifft ausschließlich feste Nahrung.
  • Sie tritt nur bei bewusstlosen Patienten auf.

Tipp: Überleg, welches Warnsignal hier fehlt.

Lösung anzeigen

Richtig:Sie löst keinen Husten aus und bleibt deshalb oft unbemerkt. — Richtig. Ohne Hustenreiz fehlt das Warnsignal — auffällig werden oft erst andere Krankheitsanzeichen (z.B. eine Pneumonie).

Nicht richtig:Sie betrifft ausschließlich feste Nahrung. — Gerade dünne Flüssigkeiten werden häufig aspiriert.

Nicht richtig:Sie tritt nur bei bewusstlosen Patienten auf. — Auch wache Menschen mit Schluckstörung aspirieren, zum Beispiel nach einem Schlaganfall.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, Stichwort Aspiration

Terminologie-Anker: ICF-Kode b510 nach ICF, deutschsprachige Fassung 2005 (© WHO, BfArM). ICD-10-GM J69.0 (BfArM). Die genannten Stellen haben diesen Eintrag weder geprüft noch befürwortet.

Fachlich geprüft von Peter Moritz am 07.08.2026. Diese Information ersetzt keine individuelle Beratung.