Herzinsuffizienz Einführung

Definition der Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz (Herzschwäche) ist ein Zustand, bei dem das Herz den peripheren Bedarf an Herz-Kreislauf-Funktionen nicht erfüllen kann.

Der Körper wird nicht mehr seinem Bedarf entsprechend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, und die Abfallstoffe aus den Organen werden nicht abtransportiert. Dies kann auf eine Beeinträchtigung der Pumpfunktion des Herzens, eine Füllungsstörung oder beides zurückzuführen sein.
Es handelt sich nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um einen Zustand, der durch verschiedene Grunderkrankungen des Herzens oder andere Organsysteme verursacht wird. Die Herzinsuffizienz zeigt sich nicht durch akute Schmerzen, sondern manifestiert sich in Symptomen entsprechend der jeweiligen im Vordergrund stehenden Störung. Die Einteilung der Herzinsuffizienz erfolgt nach verschiedenen Kriterien, einschließlich des betroffenen Ortes im Herz, der Schwere der Symptome und inwieweit der Ausgleich der Funktion möglich ist.

Epidemiologie und Statistik

Herzinsuffizienz ist ein weit verbreiteter Zustand und betrifft weltweit Millionen von Menschen. Die Prävalenz der Herzinsuffizienz nimmt mit dem Alter zu und wird durch die steigende Lebenserwartung und die verbesserte Behandlung von Herzerkrankungen weiter zunehmen.

In Deutschland sind schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen von Herzinsuffizienz betroffen (DHZC, 2023). »Die höchste Neuerkrankungsrate, bezogen auf die erwachsene Gesamtbevölkerung, liegt bei Männern bei 75-79 Jahren (20,2%; Durchschnittsalter 73,8), bei Frauen hingegen im Alter von 80-84 Jahren (22,4%; Durchschnittsalter 80,1). Vermutlich wegen der insgesamt höheren Lebenserwartung von Frauen waren 2010 von allen wegen Herzinsuffizienz behandelten Menschen 38,6% männlich und 61,4% weiblich (NVL, 2023)«.

Die Herzinsuffizienz ist eine der Hauptursachen für Krankenhausaufenthalte und führt zu erheblichen Gesundheitskosten. Sie ist auch mit einer hohen Sterblichkeitsrate verbunden, wobei etwa 50% der betroffenen Menschen innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose versterben.

Einteilungen der Herzinsuffizienz

Von der Möglichkeit kannn es sein, dass die Pumpleistung gestört ist. Bei dieser “systolischen Herzinsuffizienz” kann das Herz nicht genügend Blut in den Körper pumpen. EIne andere Möglichkeit ist, dass nicht ausreichend Blut zur VErfügung steht, welches durch das Herz in den Körper gepumpt wird. Bei dieser diastolischen Herzinsuffizienz kann sich das Herz nicht richtig mit Blut füllen.

DIe nachfolgenden Einteilungen geben einen grundsätzlichen Überblick über die Herzinsuffizienz. Es sind von der Idee her unterschiedliche Ansätze, die man nich tmiteinander vermischen sollte. Darüber hinaus gibt es je nach Ursache und Verlauf andere Betrachtungsweisen.

Einteilung nach Ort der Beeinträchtigung

Die Linksherzinsuffizienz mit einer Beeinträchtigung der linken Herzkammer, die das Blut in den Körper pumpt.
Die Rechtsherzinsuffizienz mit einer Beeinträchtigung der rechten Herzkammer, die das Blut in die Lunge pumpt. Die globale Herzinsuffizienz, bei der beide Herzkammern betroffen sind.

Nach Belastungsstadien
(NYHA-Klassifikation, New York Heart Association)

Stadium I: Keine Symptome oder Einschränkungen.
Stadium II: Leichte Symptome (Tachykardie und Atemnot) und Einschränkungen bei normaler körperlicher Aktivität.
Stadium III: Erhebliche Einschränkungen, Symptome (Tachykardie und Atemnot) treten bereits bei geringer körperlicher Aktivität auf.
Stadium IV: Symptome (Tachykardie und Atemnot) treten bereits in Ruhe auf, jegliche körperliche Aktivität ist beeinträchtigt.

Nach Ausgleich der Herzkreislauffunktion

Bei der kompensierten (ausgeglichenen) Herzinsuffizienz
ist die Herzfunktion beeinträchtigt, aber die Symptome sind gut kontrolliert oder fehlen.
Bei der dekompensierten (unausgeglichenen) Herzinsuffizienz ist die Herzfunktion beeinträchtigt und Symptome bessern sich unter Belastung nicht, sondern neigen zur Verschlimmerung.